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  • Verein Pro-Huebhof

Newsletter 6 vom 20. Januar 2021

Die aktuelle Analyse über das Landschaftsschutzobjekt im Raum Huebhof liegt nun vor.

  • Wichtige Aussagen zur Huebhof - Entwicklung

  • Und Achtung: Was geschieht auf dem Areal der bisherigen Schiessanlage?

Der Huebhof liegt in einem wertvollen Landschaftsschutzobjekt.


Soeben ist dazu eine aktualisierte Analyse erschienen. Sie wurde durch ein externes Expertenteam im Auftrag von GrünStadt Zürich, GSZ, erstellt. Sie ist zwar nicht unmittelbar bindend für die Behörden. Dennoch hat der vorliegende Bericht GSZ für weiterführende Projekte und Planungen (z.B. Huebhof) als Basis und als Entscheidungsgrundlage zu dienen.


Für unsern Verein «ProHuebhof» sind diese Erkenntnisse sehr wichtig, denn wir haben immer darauf hingewiesen, dass die räumliche Entwicklung im Gebiet Huebhof-Gfellerhof im Einklang mit den Zielen dieses Landschaftsschutzobjektes zu erfolgen habe.


Dieser Bericht zeigt nicht nur wichtige Aspekte für eine künftige Entwicklung in diesem wertvollen Schwamendinger -Grünraum auf. Er ist auch reich illustriert mit Bildern und Karten, die selbst langjährigen Bewohnern dieses Quartiers Unbekanntes bieten können.

Wir danken GSZ, dass wir den vollständigen Bericht auf unserer Homepage aufschalten dürfen.

Besuchen Sie unsere Homepage: www.Prohuebhof.com


Kurz zusammengefasst ergibt sich ( S. 8 des Berichtes):


Das kommunale Landschaftsschutzobjekt KSO-12.00 ist eine bedeutende Natur- und Erholungslandschaft der Stadt Zürich. Die landwirtschaftlich geprägte und ökologisch wertvolle Landschaft liegt am nördlichen Hangfuss des Zürichbergs und umfasst im Wesentlichen den unbebauten Raum zwischen Wald und dem Siedlungsgebiet von Schwamendingen/ Stettbach. Es ist ein beliebtes, siedlungsnahes und stark frequentiertes Erholungsgebiet.

Naherholung, Ökologie und Landwirtschaft stellen verschiedene, sich teilweise wiedersprechende Ansprüche an den Raum. Mit der urbanen Verdichtung nimmt die Zahl an Beschäftigten und Einwohner zu. Der Erholungsdruck auf das Landschaftsschutzobjekt steigt. Strukturelle Änderungen in der Bewirtschaftung der städtischen Pachtbetriebe und die Einträge im kommunalen Richtplan haben in Zukunft Einfluss auf die Nutzung des Raums und das Landschaftsbild.


Der Perimeter des Landschafsschutzobjektes KSO12.00:

(weiss gestrichelt)


Eine Beurteilung meinerseits ergibt folgende Erkenntnisse, bzw. Bestätigungen:


  1. Dem Gebiet im KSO12 wird hoher Wert attestiert (Ökologie, Erholung, Landschaft)

  2. Die bisherige landwirtschaftliche Nutzung hat nach Beurteilung der Autoren weitgehend das gebracht, was die Qualität von KSO12 ausmacht

  3. Eine Änderung der Bewirtschaftungsform (Huebhof) wird nicht nur als Chance, sondern auch als Risiko betrachtet.( S.162)

  4. Die Haltung gegenüber der geplanten Sportplatznutzung auf dem bisherigen Schiessplatzareal ist unmissverständlich kritisch.

  5. Die früher ökologisch wertvolle „Grube“ (westlich von Klötihof) zeigt offenbar eine sehr negative Veränderung (S.160); hier würde es sich sehr lohnen, ökologische Experimente zu lancieren, evt. In Verbindung mit dem geplanten „landschaftlichen Park“ im Raum Ortsmuseum- Kleingartenareal Probstei (S. 159). Dies würde spannende Wechselwirkungen ergeben mit den Kleingärtnern.

  6. Auch die Autoren gehen aufgrund der ihnen vorliegenden Dokumente davon aus, dass die Stadt den Huebhof massiv verkleinern will. In diesem Zusammenhang lässt die Karte auf Seite 132/133 sehr aufhorchen: Der Huebhof ist mit all seinen Gebäuden kurzerhand als «Werkbaute» kartiert. (Antrag des Stadtrates vom 23.10.2019 btr. Kommunaler Richtplan Siedlung, Landschaft, öffentliche Bauten.)

  7. Die Einschätzung des Entwicklungspotentials im Bericht zum Landschaftsschutzobjekt deckt sich weitgehend mit der Beurteilung des Vereins ProHuebhof.

Zu den Landwirtschaftsbetrieben im Projektperimeter kommt die Analyse zu folgendem Schluss (S. 153)

Das Offenland zwischen Wald und Siedlungsgebiet wird landwirtschaftlich genutzt. Die vier Höfe im KSO-12.00 fügen sich harmonisch ins Landschaftsbild ein und sind Orientierungspunkte im Raum. Die Landwirtschaftsbetriebe sind für das kommunale Landschaftsschutzobjekt identitätsstiftend zumal ihre Bewirtschaftungsform das Landschaftsbild prägt und sie mit ihrer Direktvermarktung einen Bezug zur Bevölkerung herstellen. Die Höfe sind neben Produktions- auch Erlebnisorte und machen die Landwirtschaft für die Städter erfahrbar. Die Acker- und Futterbau geprägte Landschaft ist durchsetzt mit verschiedenen Strukturelementen wie Hecken, Ufergehölz, Obstgärten und Einzelbäumen. Sie besitzen einen hohen ästhetischen Wert, bereichern das Landschaftsbild und tragen als Trittsteine zur ökologischen Vernetzung und Vielfalt bei. Die bewegte Landschaftsform erzeugt zusammen mit den Strukturelementen und der Bodennutzung eine Abfolge von kleinteiligen in sich geschlossenen Landschaftskammern und offenen weiten Landschaftsräumen. Dieses Wechselspiel und die damit verbundene landschaftliche Vielfalt sind charakteristische Merkmale des KSO-12.00.


Und zum Huebhof im Speziellen heisst es (S. 162)

Entwicklung Huebhof

Die heutige Landwirtschaft pflegt diese Strukturelemente und fördert sie durch ihre Bewirtschaftung. Die geplante Umnutzung des Huebhofs zu einem kleineren, kooperativ und solidarisch betriebenen Landwirtschaftsbetrieb sind zugleich Chance und Risiko für das kommunale Landschaftsschutzgebiet KSO-12.00. Werden sich beispielsweise die künftigen Bewirtschafter vom Obst- und Beerenanbau respektive der Zucht von Hochlandrindern abwenden und auf andere Bewirtschaftungszweige setzen, wird sich das langfristig im Landschaftsbild zeigen. Die Art und Weise der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung ist also massgebend für das Landschaftsbild. Der heute eher kleinteilige Mix aus Wiesen, Weiden, Acker-, Beeren und Obstbau sorgt für Abwechslung und lässt Raum für ökologisch und ästhetisch wertvolle Struktur- und Kulturlandschaftselemente. Die Landwirtschaft meistert aktuell den Spagat zwischen ökologischen, erholungsbezogenen und betrieblichen Aspekten und wird dem Kontext einer dynamischen Stadtlandschaft mit historisch bedeuten- den Siedlungskomponenten gerecht. Um die heutigen Qualitäten des KSO-12.00 zu bewahren, muss die Landwirtschaft auch in Zukunft dieser grossen Bandbreite an Anforderungen gerecht werden und durch ihre Bewirtschaftung die landschaftliche Vielfalt aufrechterhalten.


Sehr wichtig wird auch sein, dass sich unser Quartier einbringt in die Frage, was auf dem Areal der bisherigen Schiessanlage geschieht:

Hierzu äussert sich der Bericht wie folgt (158):

Gemäss kommunalen Richtplan SLöBA ist eine Rasensportanlage mit angrenzendem landschaftlichem Park auf der gesamten Länge der heutigen Schiessanlage vorgesehen. Wie beschrieben, sind die Lage der Rasensportfläche und die dafür notwendige Infrastruktur sehr raumwirksam und würden die landschaftliche Durchlässigkeit noch stärker mindern, als es heute der Fall ist (siehe Seite 134). Um dem Bedürfnis nach Sportflächen gerecht zu werden und dennoch eine harmonische Einbettung in die Kulturlandschaft des KSO-12.00 zu gewährleisten, kann eine Bündelung der intensiv genutzten Rasensportflächen am Siedlungsrand geprüft werden. Eine Anordnung von nutzungsoffenen, allmendartigen Nutzungen in Richtung des ehemaligen Kugelfangs am Waldrand könnte die landschaftliche Durchlässigkeit erhöhen. Die Entwicklung der Rasensportflächen muss zudem eng mit dem angelagerten landschaftlichen Park koordiniert werden.


Rolf Gerber, Präsident des Vereins ProHuebhof. 20.Januar 2021

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