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Newsletter 5; Der Stadtrat hat die Eckwerte für den künftigen Huebhof definiert

Der Stadtrat hat die Eckwerte für den künftigen Huebhof definiert

                        Für uns bleibt Vieles offen



Der Stadtrat hat dem Gemeinderat am 16.9.2020 den Landwirtschaftsbericht 2020 (LWB2020) überwiesen.


Für den Raum, der uns – wegen des Huebhofs - besonders interessiert, wird im LWB folgende Strategie definiert (LWB, S. 6):

"Im Raum Zürich-Ost wird die Rolle der städtischen Landwirtschaftsbetriebe neu definiert. Der Gfeller­hof soll den grössten Teil der Flächen im Raum Schwamendingen bis Zürichberg und der wieder aufzubauende Adlisberghof die meisten Landwirtschaftsflächen im Raum Adlisberg bis Wehren­bach bewirtschaften. Der Huebhof soll mit reduzierter Fläche für neue kooperative Betriebs- und Nutzungsformen zur Verfügung stehen und eine Mitwirkung aus dem Quartier ermöglichen. Private Landwirtschaftsbetriebe werden ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Bewirtschaftung im Raum Zürich-Ost spielen."

Mehr dazu ist im Landwirtschaftsbericht unter Ziffer 6 ab Seite 37 nachzulesen. Der Bericht ist auf dieser Seite abrufbar:

https://www.stadt-zuerich.ch/ted/de/index/gsz/landwirtschaft-in-zuerich.html

Die Kontaktadresse für Nachfragen und Rückmeldungen zum Landwirtschaftsbericht und damit auch zum Raum Zürich-Ost ist:

bernhard.koch@zuerich.ch

oder 044 412 13 00


Für unsern Verein ProHuebhof bleiben damit entscheidende Fragen offen:


  • Welche Flächen verbleiben dem künftigen Huebhof? Mit den genannten 5 ha wird es definitiv keinen Huebhof in gewohnter Bewirtschaftungsform und Erscheinung mehr geben. Die beliebten schottischen Hochlandrinder können wir definitiv vergessen.

  • Konkret geht es um folgende Flächen, die Thomas Ryffel bisher in Schwamendingen bewirtschaftet. (Insgesamt pachtet der Huebhof 2020 über 42.04 ha, vgl. LWB2020, S. 53, der grössere Teil davon im Adlisberg bis Wehrenbach, bzw. ausserhalb von Schwamendingen). Diese Flächenzuteilung wird von GSZ zwar als «superprovisorisch ab 2025» bezeichnet. Aufgrund der Karte und der Formulierung im LWB muss aber gefolgert werden, dass dies zur Zeit die wahrscheinlichste ist.


Laut Landwirtschaftsbericht (LWB), S. 52, behält der Huebhof inskünftig gerade mal folgende ca. 5 ha (rot) von der Stadt:


Die Fläche kann aber auch je nach Betriebskonzept und nach Entwicklung auf den umliegenden Betrieben an einem anderen Ort liegen. Also zum Beispiel auch Weideland umfassen.

  • Wer wohnt künftig auf dem Huebhof? Sind dies Personen ohne Bezug zu den Huebhof Flächen, etwa Angestellte des Gfellerhofes oder gar des neuen Hofes der laut GSZ auf dem auf dem Adlisberg erstellt werden soll? ( LWB, S. 47)

  • Der LWB lässt noch eine erhebliche Bandbreite möglicher Lösungen für den Huebhof zu. Dies ist auch verständlich, denn GSZ muss eine Vielzahl von Problemen im Raum «Zürich Ost» , bzw. im Zusammenhang mit den anderen Landwirtschaftsbetrieben hier möglichst gut und konfliktarm zu lösen suchen. Dennoch stellt sich für uns etwa die Frage: Soll nun der Huebhof weiterhin „ein produktiver, multifunktionaler Landwirtschaftsbetrieb sein (LWB, S. 47), oder soll er mit (nur) einer Fläche von ca. 5 ha (von GSZ) ausgestattet sein (ebenfalls S. 47). Beides zusammen geht nicht auf. Schon gar nicht, wenn der Wohnraum dort für andere (Adlisberghof oder Gfellerhof- Mitarbeiter) genutzt werden soll.

  • Im Zusammenhang mit der Planung des Grün-Raumes Huebhof- Klötihof- Gfellerhof hat GSZ geprüft, welche Vorgaben zu beachten seien, die aus den Zielen des hier festgelegten Kommunalen Landschaftsschutzobjektes KSO-12.00  folgern. Dazu soll eine umfassende Analyse bis Ende 2020 Auskunft geben. GSZ meldet uns dazu:

«Die Landschaftsanalyse beschreibt den Charakter des kommunalen Landschaftsschutzobjektes KSO-12.00. Mit Text und Bild sind die landschaftlichen Besonderheiten und Qualitäten verdeutlicht sowie die Potenziale und Chancen der Landschaft umschrieben. Gleichzei­tig werden Empfindlichkeiten, Risiken und Defizite benannt. Die Land­schaftsanalyse wurde unter Mitwirkung verschiedener Fachbereiche von Grün Stadt Zürich erarbeitet. Der vorliegende Bericht dient Grün Stadt Zürich als Basis für weiterführende Projekte und Planungen oder als Entscheidungsgrundlage.

Der Fokus der Landschaftsanalyse liegt auf einer vertieften Ausein­andersetzung mit den landschaftlichen Stärken, Schwächen, aber auch Potenzialen und Defiziten. Die Methode folgt einem verbal-argu­mentativen Ansatz. Ziel ist es, eine aktuelle Grundlage für das 1990 erfasste KSO- Inventarobjekt zu schaffen. Der Bericht enthält keine konzeptionellen Inhalte oder Massnahmen. Die umfassende Analyse geht in der Aussage zur Landschaft weit über die Aussagen im Zielbild des Vereins Pro Huebhof hinaus.»


Vieles – und für uns sehr Wichtiges- ist also noch offen. Bei dieser Ausgangslage wird es entscheidend sein, mit welchen Vorgaben die Stadt ihre Ausschreibung für die künftige Bewirtschaftung des Huebhofs startet: (Sommer/Herbst 2021: Ausschreibung Bewirtschaftung Huebhof in Abhängigkeit der Entscheide Gemeinderat, vgl. unsern  letzten Newsletter 4). Und ebenso entscheidend wird sein, wie das Auswahlverfahren für mögliche Bewerber gestaltet wird, bzw. ob und wie die Mitwirkung des Quartiers gewährleistet ist.

Unser Verein hat sich frühzeitig darum bemüht – im Kontakt mit dem Quarteierverein und den Schwamendinger Behörden (Parteien, Schulvertreter, Genossenschaften)- die Zielvorstellungen im Quartier zu einem «Zielbild» zu verdichten.



Unser «Zielbild» lautet wie folgt:

Die bisherigen Landwirtschaftsflächen von Huebhof und Gfellerhof sind weiterhin ein ökologisch wertvoller Natur-und Erholungsraum. Die landwirtschaftliche Produktion ist der  Bevölkerung wichtig. Sie soll naturnah und vielfältig erfolgen und auch Anschauungsunterricht für  Schulen und für Jung und Alt bieten. Die Schwamendinger Bevölkerung findet hier attraktive Einkaufsmöglichkeiten direkt beim Bauer. Kontakte unter den Besuchern und mit den Bauern ergeben sich hier zwanglos und regelmässig. Die einladend, gemütliche Stimmung im und um den traditionellen Weiler Huebhof ist uns wichtig. Der Huebhof ist ein beliebter und gut besuchter Quartiertreffpunkt. Allerdings wird hier Respekt gegenüber der Natur höher gewichtet als laute Betriebsamkeit und Kommerz. Der traditionell -ursprünglichen Gebäudesubstanz wird respektvoll Sorge getragen. Das Landschaftsbild, wie es sich gegenwärtig präsentiert, bleibt in seinem Charakter weitgehend erhalten.  Prägend sind insbesondere die zahlreichen (Hochstamm-) Obstbäume und auch die schottischen Hochlandrinder, die quasi zu einem Markenzeichen von Schwamendingen geworden sind. Ergänzend dazu finden wechselnde Nutzungen durch Quartierbewohner und Schulen statt, z.B. Kräutergarten, Permakulturen, Kleintierhaltungen. Dies aber auf beschränkter Fläche und nicht landschaftsprägend. Der Huebhof tritt btr. Produkteabsatz und landschaftsthematisch in engeren Kontext mit dem Freizeitraum auf der Ziegelhöhe und dem Restaurant Ziegelhütte. GrünStadt Zürich hat uns stets Kooperation versprochen und wir pflegen einen guten Kontakt mit den dort Verantwortlichen. Corona hat die Zusammenarbeit im 2020 erschwert. Unser Verein ist sich der mannigfaltigen Herausforderungen von Grün Stadt Zürich bewusst. Wir zählen aber darauf, dass die Stimme aus dem Quartier in «Zürich» gehört wird. Für Fragen aus der Quartierbevölkerung stehen wir gerne zur Verfügung: Rolf Gerber, Präsident des Vereins ProHuebhof rolf.gerber.schwd@gmail.com Oder: 079/629 52 35 Schwamendingen, 12. November 2020

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